27. März 2007

Warum hängen keine sexy Slips auf der Leine?

Wenn ich aus meinem Küchenfenster schaue, dann sehe ich die Wäscheleinen auf der Wiese im Hof unseres Hauses, und es hängt viel Unterwäsche darauf. Leider nur weiße, große Schlüpfer und keine knappen, roten Slips und Spitzen-BH´s. Warum wohl hängen keine sexy Slips auf der Leine?

Es ist ja wahr, dass ich in einer Stadt lebe, in der der größere Teil der Einwohner keine sexy Slips mehr trägt und vielleicht auch nie trug. Besonders in meiner Gegend wohnen doch verdächtig viele ältere Menschen, die es eben noch gewöhnt sind ihre Wäsche in den Monaten ohne „R“ am Ende, im Freien zu trocknen. Oft hängen noch selber genähte Ost-Klammerbeutel mit an der Leine. Aber in der letzten Zeit sind auch viele junge Leute in natürlich freigewordene Wohnungen gezogen. Auch junge Frauen. Und die dürften doch eigentlich noch keine Mega-Schlüpfer tragen. Aber wo trocknen die ihre Unterwäsche? Ich meine gewaschen werden muss die ja auch hin und wieder. Drängeln sich die tausenden roten Slips und BH´s wirklich in engen Wohnzimmern auf Indoor-Wäscheständern?

Das wäre schade, denn wenn ich weiterhin aus dem Fenster schaue und sehe all die, so oft gewaschenen Schlüpfer, dann fühle ich mich selber schon alt in dieser alten Stadt. Vielleicht sollte ich einfach mal meine Slips unten auf die Leine hängen? Möglicherweise gesellen sich ja ein paar sexy rote Slips dazu – und dann bin ich mal gespannt, was wohl passiert…

26. März 2007

Was schenkt man zu Ostern?

Ich komme gerade aus dem Supermarkt und muss sagen: Es ist schon erstaunlich, was sich die Industrie alles so einfallen lässt um uns die Osterfeiertage so angenehm wie möglich zu gestalten. Jede Menge Süßigkeiten und Dekoration. Aber was könnte man zu Ostern schenken?

Es gibt ja viele Möglichkeiten. Angefangen von Schokoladenosterhasen, über hartgekochte, bunte Eier bis hin zu niedlichen, kleinen Osterküken aus Plüsch. Aber eigentlich alles nur Dinge, die die Welt nicht braucht und wenn überhaupt, dann wirklich nur zu Ostern. Man könnte sich ja mal etwas anderes einfallen lassen oder alte Bräuche wieder aufleben lassen. Wie wäre es mit Eiertrudeln als Geschenk für die ganze Familie? Natürlich Eier die man vorher selber bemalt hat, im Kreise der Lieben und im Hintergrund „Die Bibel“ als Hörbuch. Das ist doch schön. Ich denke ich lasse mir etwas ganz anderes einfallen: Vielleicht einen kratzigen Pullover aus Osterlammwolle? Am Karfreitag muss es ja nicht immer Fisch geben, Kükenbrust macht es doch auch. Oder am Ostersonntag einen schönen Hasenbraten? Und Ostermontag gleich noch Lammkoteletts beim Griechen, schön in Knoblauchsoße! Die vertreibt dann auch gleich die bösen Ostergeister aus den Geschäften.

Aber ich weiß nicht recht: Kann man das mit Ostern machen? Kann man all die liebgewordenen Osterutensilien einfach so … aufessen? Obwohl, die Eier isst man ja auch. Na, dann mache ich das in diesem Jahr mal so! Ich fange gleich mit dem stricken des Pullovers an…

25. März 2007

Warum hatte ich gestern keine Zeit?

Und da ist es auch schon passiert: Gestern war der erste Tag ohne die Beantwortung einer Frage. Ich bin einfach nicht dazu kommen. Und darum frage ich mich heute: Warum hatte ich gestern keine Zeit?

Ich war auf einem Frühlingsfest, für die ganze Familie – und zwar den ganzen Tag, inklusive Zeitumstellung. Und was ich dort alles erlebt habe, wirft so viele Fragen auf, da könnte ich jeden Tag, drei Jahre lang, eine versuchen zu beantworten. Fragen wie zum Beispiel: Was bewegt Kinder, zumal aus der Stadt, dazu, am Fell von Schafen zu ziehen statt es zu streicheln? Warum versuchen sie Lämmern das Gras zusammen mit der Hand in den Mund zu stecken und weinen anschließend? Warum lassen sich Kinder geduldig das Gesicht bunt anmalen um anschließend wieder eine Ausgeburt der Ungeduldigkeit zu sein? Warum haben Kinder Angst vor ausgestopften Eichhörnchen? Warum wollen Kinder alles haben und behalten was man ihnen zeigt? Und warum essen sie so gerne Zuckerwatte? Ach und: Warum müssen sie tausendmal am Tag auf die Toilette? Warum können sie im Theater nicht still sitzen? Warum verteilen sie staunend Popkorn unter ihren Stühlen und Eis auf der Hose des Nebenmannes?

Und warum bringen sie ihre Eltern mit? Denn die sind manchmal schlimmer als ihre Kinder und in allen oben gestellten Fragen könnte man getrost das Wort Kinder durch Eltern ersetzen. Es würde keinen Unterschied machen. Es ist schon eine komische Welt – die Welt in den Köpfen von Eltern, die wir Kleinen so schwer verstehen können.

23. März 2007

Wo darf ich noch rauchen?

Wenn man als Raucher, bei jeder Zigarette am Tag in den Nachrichten etwas vom „Anti-Raucher-Gesetz“ hört, dann kommen einem schon langsam Zweifel ob man überhaupt noch gewünscht ist auf dieser Welt. Man soll nicht rauchen. Ja, aber wo darf ich noch rauchen?

Eins ist doch klar: Es muss etwas zum Schutz der Nichtraucher getan werden. Es gibt genügend Beispiele aus meinem privaten Umfeld, wo das dringend angebracht ist und wo Nichtraucher durchaus belästig (na gut: auch gefährdet) werden. Nichtraucher haben einfach kaum eine Chance sich zu wehren, und solange sie nicht militant sind, kommen sie aber ganz gut mit den Rauchern aus. Und viele Raucher haben auch Verständnis und gehen jetzt schon vor die Tür. Aber wenn dieses Gesetz kommt, wo darf ich dann noch rauchen? Von mir aus überall in öffentlichen Gebäuden nicht. Wobei da unser Vereinszimmer schon schwierig wird, denn das ist letztlich ein öffentliches Gebäude. Also vielleicht mit Einschränkungen. Und Gaststätten und Kneipen sollten selber entscheiden können, ob sie Raucher oder Nichtraucher Orte sind, so wie auch Raucher und Nichtraucher selber entscheiden können ob sie dort hin gehen oder nicht. Meine Stammkneipe wird jedenfalls so schnell keine Nichtraucherkneipe, weil dann ja gar keiner mehr kommt. Das alle Bundesländer den Nichtraucherschutz anders auffassen ist vielleicht gar nicht so verkehrt, denn dann ist auf jeden Fall ein restriktive Einschränkung durch die Bundesregierung nicht möglich. Und von Europa ganz zu schweigen.

Es sollte also weiterhin jeder selber entscheiden was er macht. Aber es sollte schon ein paar Maßnahmen geben, die Nichtraucher schützen. Wenn ich mich mit einer Freundin von mir treffe, die Nichtraucherin ist, dann schaffe ich es auch mal vier oder fünf Stunden nicht zu rauchen. Und es fällt mir leicht – vielleicht ist das nicht nur ein Beitrag zum Nichtraucherschutz, vielleicht ist das ein Grund mit dem Rauchen aufzuhören?

22. März 2007

Muss man bei Regen wandern?

Als ich heute mit dem Überlandbus fuhr, stieg in einem gottverlassenen Dorf eine Horde völlig durchnässter Senioren ein. Laute Wanderer! Laute, unausgelastete Rentner! Muss man denn bei Regen wandern?

Ich meine, es hat schon den ganzen Tag geregnet, also auch, als diese etwa dreizig Senioren sich trafen um übers Land zu wandern, was sie offensichtlich nicht das erste Mal taten, denn sie waren hervorragend ausgerüstet: Regenstiefel, Regenumhänge, Mützen, Schals und Handschuhe. Ja sogar die Wanderrucksäcke waren in Folie eingehüllt. Aber dennoch waren sie triefend nass und stürmten nun diesen Bus um in die Stadt zurück zu kommen – weil es so regnete. Das hätten sie auch am Morgen schon entscheiden können, bevor sie überhaupt los gewandert sind. Nun saßen und standen sie hier im Bus, diskutierten lautstark über die Fahrpreise und eben ununterbrochen auch über den Regen. Ein Klassenausflug einer Gesamtschule könnte nicht schlimmer sein. Und langsam entwickelte sich im Bus ein dunstiges Klima: eine Mischung aus warmer Atemluft, durchnässten, zu gammeln anfangenden Klamotten, aus Old Spice und Tosca und einem starken Akzent von 4711. Vielleicht auch diverse Rheumasalben.

Alles in allem herrschte nach zwanzig Minuten Fahrt im Bus nicht nur ein unverwechselbares Klima, sondern auch eine super Stimmung, denn die Senioren ließen sich den Tag nicht verderben, freuten sich sogar schon auf eine heiße Badewanne zum aufwärmen. Ich freute mich auf die Haltestelle, die all diese Rentner wieder in den Regen entlässt und bin mir sicher, dass es immer Menschen geben wird, die auch bei Regen wandern.

21. März 2007

Zerstört Schule Freizeit?

Wenn ich um mich herum die jungen Menschen sehe, die gerade ihr Abitur machen und keine Zeit haben für irgendetwas anderes, die sich jede freie Minute erkämpfen müssen und so etwas wie Hobbys gar nicht mehr wahrnehmen können, dann frage ich mich ob Schule nicht die Freizeit zerstört?

Das unser Bildungssystem nicht das Beste ist, konnte man ja heute gerade wieder in den Medien verfolgen, aber wenn man es aus einer gewissen Distanz betrachten kann, so wie ich es mache, dann stellt man fest, dass es wirklich so schlecht ist, wie es außerhalb von Deutschland bewertet wird. Nicht nur, dass es, besonders zu Prüfungszeiten, den Schülern so viel Lernstoff gibt, dass sie gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen, nein es stellt sich auch die Frage: Wofür? Wofür lernt man all diese Sachen? Physik, Chemie, Mathe, ich meine da reichen doch auch die Grundlagen, damit man bei ALDI nicht übers Ohr gehauen wird. Viel mehr müsste Deutsch und Kunst unterrichtet werden. Viel mehr! Denn die deutsche Sprache stirbt langsam aus und das ist unwiederbringlich und schade. Wer von den jungen Menschen kann denn noch mit Deutsch etwas anfangen? Wer schafft denn noch eine Klausur ohne ein englisches Wort, wenn es nicht gerade im Englischkurs ist? Und wer interessiert sich schon für Kunst, für Kultur? Ich würde den größten Teil der Schule für die kulturelle Bildung reservieren, denn wer sich für künstlerische Dinge, für Werte begeistern kann, der wird auch im zwischenmenschlichen Bereich mehr zu Stande bringen als Andere. Der kann sein Leben nur bereichern. Denn Kultur ist ein wichtiger Bestandteil des Alltags.

Ich fordere also mehr Kultur in die Schulen! Mehr Raum für Literatur, mehr Platz für Musik! Wenn unsere Schulen den Schülern Zeit geben für Kultur und nicht Zeit nehmen für Hausaufgaben, dann kann vielleicht die Schule selber zum Freizeitereignis werden, dann zerstört Schule keine Freizeit mehr.

20. März 2007

Warum bringe ich mich nicht um?

Es ist ja im Moment, denn die Tage ziehen sich endlos, naheliegend Schluss zu machen. Die Gründe spielen hier keine Rolle und eine Überraschung sollte es auch werden. Also: Warum bringe ich mich nicht um?

Und da gibt es eine einfach Antwort: Ich werde nicht schnell genug gefunden! Ich hab mir das mal überlegt. Vor ein paar Tagen wurde in der Zeitung von einem amerikanischen Sänger berichtet, der sich mit zwei brennenden Holzkohlegrills im Wohnzimmer einschloss und dann an Kohlenmonoxidvergiftung starb. Ich meine das ist doch mal eine Idee, das hat Stil! Das wäre was für mich. Aber ich möchte nicht gefunden werden, wenn ich schon angefault bin. Nehmen wir mal an ich würde es heute tun, dann würde ich am Samstag das erste Mal vermisst werden, aber man würde sich nicht ernsthaft den Kopf zerbrechen, sondern nur meckern, weil ich mich nicht entschuldigt habe. Am Montag würde mein Arbeitgeber anrufen, weil dann mein Urlaub zu Ende ist, der würde vielleicht noch ein paar Tage warten bis er meine Eltern anruft. Und weil ich zu denen einen sehr losen Kontakt habe, würden die auch erstmal überlegen bevor sie zu mir fahren und mit Hilfe der Polizei meine Wohnung aufbrechen. Ich glaube es käme gar keiner auf die Idee dass ich auf meiner Couch liege, schon im Fäulnisprozess bin, die Leichenflecke sich nicht mehr weg drücken lassen und der Notarzt zweifelsfrei den Tod feststellen könnte. 14 Tage würde ich bestimmt da liegen und die Katzen wären womöglich schon zu Aasfressern geworden. Nein, so möchte ich nicht enden. Ich möchte nicht verwest in einen Sarg gelegt werden, sondern schön und frisch. Und darum werde ich mir nie etwas antun – da bin ich viel zu eitel für.

Aber als Single wird man eben erst sehr spät gefunden, manche sitzen jahrelang in ihrem Sessel und gammeln vor sich hin. Ich will das nicht! Vielleicht ist das ja ein guter Grund sich mal wieder nach einer Frau umzusehen. Möglicherweise heiraten die Menschen ja nur, um rechtzeitig gefunden zu werden? Das wäre auch eine Möglichkeit.

19. März 2007

Wie wird man Terrorismusexperte?

Heute Morgen im Radio wurde ein Mann interviewt, der etwas zu berichten wusste über die Lage Deutschlands in der Welt und über die momentane Gefahr von Terroranschlägen in unserem Land. Dieser Mann wurde als „Terrorismusexperte“ vorgestellt. Nachdem wieder Musik kam, stellte sich mir die Frage: Wie wird man eigentlich Terrorismusexperte?

Als Bundestagsabgeordneter muss man sich wohl für ein bestimmtes Thema besonders interessieren. Möglicherweise gibt es für Neueinsteiger eine Art Katalog in dem alle Themen drinstehen, zu denen man seinen Senf dazu geben kann, und zu denen man dann auch Experte werden kann. Wohl auch Terrorismusexperte. Aber welche Voraussetzungen braucht man dafür? Ich meine reicht es wenn man den ganzen Tag Al Dschasira schaut und CNN als Gegenpol? Oder muss man jemanden beim Bundeskriminalamt kennen, ja selber IM bei Bundesnachrichtendienst sein? Muss man vielleicht mal in Afghanistan oder im Iran Urlaub gemacht haben – etwas länger vielleicht als normale Bürger? Oder muss man unter Umständen, und was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, selber mal in der Branche tätig gewesen sein? Muss man mal selber Terrorist gewesen sein und muss man fließend arabisch sprechen? Oder sind das ausgemusterte RAF-Mitglieder? Das würde ja fast noch näher liegen. Braucht man da irgendwelche Zeugnisse und Empfehlungsschreiben? Es könnte doch auch reichen, wenn man über Erfahrungen mit Chemiebaukästen verfügt, die einem als Kind zu kreativen Höhenflügen trieben und man regelmäßig ein neu renoviertes Zimmer bekam. Ich weiß es einfach nicht und kann es mir auch nicht erklären. Aber Terrorismusexperte klingt irgendwie gewaltig spannend.

Auf jeden Fall kannte dieser Mann sich aus und hat mir echt Mut gemacht. Es bestehe keine wirkliche Gefahr und wir sollten nur vorsichtig sein – im Bus zum Beispiel. Na, da kann ich ja ganz unbesorgt nach Berlin fahren – mit dem Zug.

17. März 2007

Sind Heckenschützen hinter Hecken geschützt?

Es gibt Zäune, es gibt Mauern und es gibt Hecken. Hecken um Grundstücke gepflanzt zum Schutz und zur Abwehr von Mensch und Getier. Aber sie können auch zur Gefahr werden, wenn aggressive Grundstücksbesitzer hinter ihnen auf der Lauer liegen. Sind Heckenschützen hinter Hecken geschützt?

Dazu muss man sich die Frage stellen, welche ursprüngliche Aufgabe eigentlich so eine Hecke hatte? Diente sie einmal zur einfachen Gefahrenabwehr oder als Sichtschutz? Oder sollte sie nur eine natürliche, grüne Begrenzung unseres Besitzes signalisieren? Oder war sie gar Futterquelle und Unterschlupf für zahlreiche Tierarten, die es heute kaum noch gibt? Kein Mensch weiß das noch so genau und Fakt ist, dass heut zu Tage immer mehr Gefahren hinter den Hecken warten statt davor. Hausbesitzer, die den ganzen Tag mit einem Schlauch, oder im schlimmsten Fall mit einer Heckenschere bewaffnet unschuldige Passanten anpöbeln und bedrohen, weil sie vielleicht die Hecke berührten oder gar gegen sie urinierten. Oder etwas Schlechtes über Hecke, Haus oder Besitzer sagten. Diese Haus- und Heckenbesitzer kann man also getrost als Heckenschützen bezeichnen, denn im Ernstfall würden sie von Schlauch oder Schere durchaus Gebrauch machen. Und sie sind wunderbar getarnt hinter ihrer Hecke, weil sie natürlich im Kampfanzug auf der Lauer liegen, der farblich perfekt auf die Hecke abgestimmt ist und damit ist die Frage des Tages beantwortet: Heckenschützen können sich hinter Hecken verstecken, aber nicht schützen.

Denn eines Tages werden die Hecken zurück schlagen, sie haben keine Lust mehr immer zwischen den Fronten zu stehen und immer die Leidtragenden zu sein, wenn sie zum Beispiel niedergebrannt oder ausgerissen werden. Das ist nicht die natürliche Aufgabe oder der Sinn und Zweck von Hecken! Und darum: Hecken aller Grundstücke vereinigt Euch für ein friedlicheres Zusammenleben!

16. März 2007

Töten SMS das Sprechen?

Das größte an meiner Telefonrechnung ist der Zettel auf dem sie gedruckt wurde, denn ich telefoniere zu gut wie gar nicht und weiß auch nicht wirklich genau, wozu ich ein Mobiltelefon habe, denn auf der einen Seite bin ich weder sonderlich mobil, noch ruft mich irgendjemand an. Alles was ich mal bekomme ist eine kurze SMS. Man redet schriftlich miteinander. Töten SMS das sprechen?

SMS sind ja billiger als ein Anruf und deswegen so beliebt. Aber ist es nicht vielleicht einfach die „Feigheit vor dem Feind“, die uns Wörter eintippen lässt ohne miteinander zu sprechen? Trauen wir uns vielleicht einfach nicht ein Gespräch anzuzetteln, aus Angst man weiß plötzlich nicht mehr was man sagen soll? Oder das ein unangenehmes Thema angesprochen wird? Reden wir denn überhaupt noch viel miteinander? Und wenn ja worüber? Eine SMS kann man einfach löschen und schreiben man hätte sie nicht bekommen, aber eine mündliche Frage hört man. Man muss sie zwar nicht beantworten, aber gehört ist gehört. Also ich finde SMS sind schon eine wundersame Erfindung um Menschen vom sprechen abzuhalten um es sie möglicherweise verlernen zu lassen. Aber zum Glück besteht ja nicht das ganze Leben aus SMS und E-Mail (denn für die trifft das ja irgendwie auch zu) – manchmal am Tag muss man eben doch reden, mit anderen oder mit sich selber.

Ich denke also das SMS keine Gefahr darstellt und wir das sprechen nicht verlernen werden. Das ist tröstlich. Aber dennoch sollte man öfter daran denken, dass ein Telefon ja ursprünglich zum telefonieren erfunden wurde. Und wer von dem vielem SMSen nicht lassen kann, der kann ja einfach beim sprechen die Wörter buchstabieren.

15. März 2007

Gibt es noch Kassetten?

Vor ein paar Wochen bekam ich eine kleine, transparente Plastikschachtel mit den Worten: „Hier ist mein Mixtape für dich!“ über den Tisch geschoben. Zuerst wusste ich nicht was ich damit anfangen sollte, aber beim Wort Mixtape dämmerte mir, dass es etwas mit Musik zu tun haben müsse. Aber was war das für ein Gegenstand in der Schachtel? Er sah irgendwie aus wie … naja, eine Kassette? Gibt es noch Kassetten?

Ja, denn ich habe ja jetzt eine in meinem Kassettenrekorder in der Küche, von dem ich gar nicht wusste, dass er noch funktioniert. Und als dann die ersten Töne erklangen, war es da: das Gefühl meiner Jugend. Die Erinnerung an meinen ersten Rekorder von Stern Radio. Und dann mein erster Walkman, der nur eine Woche hielt und all die anderen, die dann folgten. Dieser Klang ist einfach nicht zu beschreiben und die Umständlichkeit der Bedienung ist nichts für schwache Nerven. Ach ja, Kassetten – das waren noch Zeiten! Früher hieß es: „Ich überspiel dir das mal.“ Heute wird’s auf einem Stick gespeichert oder auf CD gebrannt und alles im MP3-Format, das wir früher für ein neues Schulheftformat gehalten hätten. So ändern sich die Zeiten. Aber ich glaube das ist auch gut so. Und dennoch: so eine Kassette zu bekommen ist schon etwas besonderes, erinnert auch ein bisschen an die erste Liebe, als man zum Erstellen eines Mixtapes noch stundenlang Langspielplatten durchhören musste und ständig die Anfänge verpasste. Das waren noch Zeiten!

Und jetzt habe ich das Mixtape schon so oft gehört, dass ich wohl bald aus dem Keller den Karton mit meinen alten Kassetten holen werde um dieses Nostalgie-Feeling noch eine Weile in meiner Küche zu halten. Vielleicht finde ich in ihm auch mein erstes Mixtape für meine erste große Liebe. Oder hat sie das behalten?