20. September 2012

Wem Ironie ins Auge fliegt, der zwinkert damit

Alle Posts, die sich unter dem Jahr 2007 finden, sind das Ergebnis eines kleinen Projektes von mir, in dem ich versuchte, mir jeden Tag eine Frage zu stellen und zu beantworten. Manchmal ist ein Augenzwinkern zu spüren und manchmal auch ein Hauch von Ernst. Ein literarischer Ausflug.


Von analog zu digital: gescanntes Leben

Morgens an der Ostsee

Verhüllter Reichstag

Schlosspark

Denkprozesse vorbereiten

Uckermärkische Landschaft

Beginne mit einem Neuanfang

Zauber hin, Zauber her - etwas Neues muss es halt von Zeit zu Zeit geben, auch wenn der Inhalt des Neuen aus Altem besteht. Aber ganz so ist es nicht.

Für diese, meine neue Seite werde ich in der nächsten Zeit tief in mein Archiv steigen und Texte veröffentlichen, die ich im Internet noch nicht zum lesen anbot. Texte aus meiner Jugend, von 1985 bis 2000 zum Beispiel. Ich bin gerade dabei, diese aufzubereiten, und nach und nach werden sie hier auf der rechten Seite verlinkt sein.

Auch in mein Fotoarchiv werde ich mal schauen, und Bilder suchen, die noch nicht zu sehen waren - vermischt mit bekanntem.

Aber, das ist erst der Anfang...

17. September 2012

Häuser

wer weiß wofür die häuser später nützlich sind
stehen da als boten längst vergangner zeit
wenn wieder alles anders kommt
sind sie zum neuanfang bereit

Haus der Sünde

willkommen ist man nicht überall
womöglich lässt man dich nicht gehen
wenn eine hintertür der eingang ist
dann ists um dich geschehen

11. September 2012

Zur guten Nacht:

"Der Mensch ist im Grunde ein wildes, entsetzliches Thier. Wir kennen es bloß im Zustande der Bändigung und Zähmung, welcher Civilisation heißt: daher erschrecken uns die gelegentlichen Ausbrüche seiner Natur."

Arthur Schopenhauer





Wochentags

und nichts unter den Füßen...

Heimat

So bald mein Blick die Ferne fasst
die sich weit vor mir erstreckt:
das weite Grün, das zarte Blau
und Sehnsucht drin versteckt.
 
Sehnsucht nach der einen Heimat,
nach einem festen warmen Halt.
Ich sehe nahe Orte dicht bei mir -
bald werde ich ihr nah sein, bald.
 
Ich fasse das Grün, berühre das Blau
und eigentlich fasse ich Dich -
jetzt hab ich endlich eine Heimat,
denn an deiner Seite findet sie sich.

4. Juni 2007

Wie lange hält ein Geheimnis?

Wenn man etwas weiß, was sonst keiner weiß und es aber nicht ganz für sich allein behalten will, dann erzählt man es einem engen Vertrauten und sagt: Das bleibt aber geheim! Und wie lange hält so ein Geheimnis?

Oft wohl nicht sehr lange. Im Handumdrehen ist aus einem Geheimnis ein Gerücht geworden und es entwickeln sich unglaubliche Geschichten. Wenn man das miterleben will, dann muss man sich nur den Richtigen für das Geheimnis aussuchen. Und jeder kennt ja jemanden, bei dem ein Geheimnis nicht lange eins bleibt. Oder man sagt sich: Jetzt hab ich ein Geheimnis und will es allen mitteilen. Also begibt man sich, mit dem Geheimnis, an Orte an denen man gesehen wird. Möglichst von vielen und möglichst von Menschen die einen kennen und die auch mit dem (dann ja schon ehemaligen) Geheimnis etwas anfangen können. Und dann wartet man eben bis das Gerücht seine Runde macht. Das macht man am nächsten Tag gleich nochmal und stellt sich dann so ungeschickt an, dass die anderen denken man macht das mit Absicht. Und in drei Tagen ist das Geheimnis verschwunden und der Beweis ist erbracht, dass ein Geheimnis nur solange hält, bis es ein Gerücht geworden ist.

Und wenn man die Sache sportlich angeht, dann streut man einfach selber ein falsches Gerücht und kann dann schön warten, bis es wieder bei einem angekommen ist. Da wird dann schon mal aus einer neuen Liebe eine Schwangerschaft mit anschließender Heirat. Na toll.

2. Juni 2007

Wie lange kann man auf Beton liegen?

Es gibt so Flecken auf der Erde da ist man ungestört und fernab allen Alltags. Auch ich habe so einen Platz und werde mich hüten ihn zu verraten. Aber seit gestern habe ich ein Problem, denn: Wie lange kann man auf Beton liegen?

Dieser Platz ist zwar von üppiger Vegetation umgeben, im Grunde besteht er aber aus einer Betonfläche, die fein säuberlich mit einer Decke bedeckt wird, damit er nicht ganz so hart ist. Ein zusammengerollter Pullover dient als Kopfkissen und dann steht dem rumdösen nichts mehr im Weg. Oder auch ein wenig lesen, aber im Grunde eher nur nachdenken über alles Mögliche und über mein Leben natürlich. Und da gibt es im Moment viele offene Fragen. Gestern lag ich aber auf dem Bauch und bin doch tatsächlich eingeschlafen. Flach auf dem Beton liegend, nur durch eine dünne Decke von ihm getrennt. Und heute tut mir alles weh: die Rippen, die Hüftknochen, die Knie. Und auch mein Hals ist nicht sonderlich fit heute. Wie lange hätte ich dort liegen können ohne mich so zu verletzen? Wie lange um eins zu werden mit dem Beton? Mit ihm zu verwachsen? Ich bin froh, dass ich rechtzeitig aufgewacht bin.

Wenn ich den ganzen Tag dort gelegen hätte, dann könnte ich heute wohl keinen Schritt mehr gehen können. Bei jedem Atmen würde der Brustkorb schmerzen und vor allem wäre ich dann vielleicht ein Betonkopf geworden mit einem Herz aus Beton. Zum Glück bin ich das nicht.