12. September 2012
11. September 2012
Zur guten Nacht:
Heimat
So bald mein Blick die Ferne fasst
die sich weit vor mir erstreckt:
das weite Grün, das zarte Blau
und Sehnsucht drin versteckt.
Sehnsucht nach der einen Heimat,
nach einem festen warmen Halt.
Ich sehe nahe Orte dicht bei mir -
bald werde ich ihr nah sein, bald.
Ich fasse das Grün, berühre das Blau
und eigentlich fasse ich Dich -
jetzt hab ich endlich eine Heimat,
denn an deiner Seite findet sie sich.
die sich weit vor mir erstreckt:
das weite Grün, das zarte Blau
und Sehnsucht drin versteckt.
Sehnsucht nach der einen Heimat,
nach einem festen warmen Halt.
Ich sehe nahe Orte dicht bei mir -
bald werde ich ihr nah sein, bald.
Ich fasse das Grün, berühre das Blau
und eigentlich fasse ich Dich -
jetzt hab ich endlich eine Heimat,
denn an deiner Seite findet sie sich.
4. Juni 2007
Wie lange hält ein Geheimnis?
Wenn man etwas weiß, was sonst keiner weiß und es aber nicht ganz für sich allein behalten will, dann erzählt man es einem engen Vertrauten und sagt: Das bleibt aber geheim! Und wie lange hält so ein Geheimnis?Oft wohl nicht sehr lange. Im Handumdrehen ist aus einem Geheimnis ein Gerücht geworden und es entwickeln sich unglaubliche Geschichten. Wenn man das miterleben will, dann muss man sich nur den Richtigen für das Geheimnis aussuchen. Und jeder kennt ja jemanden, bei dem ein Geheimnis nicht lange eins bleibt. Oder man sagt sich: Jetzt hab ich ein Geheimnis und will es allen mitteilen. Also begibt man sich, mit dem Geheimnis, an Orte an denen man gesehen wird. Möglichst von vielen und möglichst von Menschen die einen kennen und die auch mit dem (dann ja schon ehemaligen) Geheimnis etwas anfangen können. Und dann wartet man eben bis das Gerücht seine Runde macht. Das macht man am nächsten Tag gleich nochmal und stellt sich dann so ungeschickt an, dass die anderen denken man macht das mit Absicht. Und in drei Tagen ist das Geheimnis verschwunden und der Beweis ist erbracht, dass ein Geheimnis nur solange hält, bis es ein Gerücht geworden ist.
Und wenn man die Sache sportlich angeht, dann streut man einfach selber ein falsches Gerücht und kann dann schön warten, bis es wieder bei einem angekommen ist. Da wird dann schon mal aus einer neuen Liebe eine Schwangerschaft mit anschließender Heirat. Na toll.
2. Juni 2007
Wie lange kann man auf Beton liegen?
Es gibt so Flecken auf der Erde da ist man ungestört und fernab allen Alltags. Auch ich habe so einen Platz und werde mich hüten ihn zu verraten. Aber seit gestern habe ich ein Problem, denn: Wie lange kann man auf Beton liegen?Dieser Platz ist zwar von üppiger Vegetation umgeben, im Grunde besteht er aber aus einer Betonfläche, die fein säuberlich mit einer Decke bedeckt wird, damit er nicht ganz so hart ist. Ein zusammengerollter Pullover dient als Kopfkissen und dann steht dem rumdösen nichts mehr im Weg. Oder auch ein wenig lesen, aber im Grunde eher nur nachdenken über alles Mögliche und über mein Leben natürlich. Und da gibt es im Moment viele offene Fragen. Gestern lag ich aber auf dem Bauch und bin doch tatsächlich eingeschlafen. Flach auf dem Beton liegend, nur durch eine dünne Decke von ihm getrennt. Und heute tut mir alles weh: die Rippen, die Hüftknochen, die Knie. Und auch mein Hals ist nicht sonderlich fit heute. Wie lange hätte ich dort liegen können ohne mich so zu verletzen? Wie lange um eins zu werden mit dem Beton? Mit ihm zu verwachsen? Ich bin froh, dass ich rechtzeitig aufgewacht bin.
Wenn ich den ganzen Tag dort gelegen hätte, dann könnte ich heute wohl keinen Schritt mehr gehen können. Bei jedem Atmen würde der Brustkorb schmerzen und vor allem wäre ich dann vielleicht ein Betonkopf geworden mit einem Herz aus Beton. Zum Glück bin ich das nicht.
31. Mai 2007
Wann ist man ein Tourist?
Ich war heute in Berlin. Zum einkaufen. Das ist an und für sich nichts besonderes, denn ich bin öfter in Berlin. Aber heute begleitete mich so ein Gefühl, so eine Frage, nämlich: Wann ist man ein Tourist?Ich hatte dieses Gefühl schon als ich am Hauptbahnhof ausstieg. Irgendwie fühlte ich mich heute wie ein Tourist, auch wenn ich gar keinen Fotoapparat dabei hatte und auch keine Sehenswürdigkeiten besuchen wollte. Aber dennoch. Vielleicht lag es daran, dass ich kein Gepäck hatte? Vielleicht lag es daran, dass ich nur einkaufen wollte? Ich weiß es nicht, und ich weiß auch nicht, woran man einen Touristen erkennt. Also richtig sicher erkennt? Wenn ich so durch Berlin schlendere, dann müsste ich doch eigentlich als Berliner durchgehen. So cool und lässig wie ich bin. Oder sein möchte. Und doch wurde ich in den Geschäften wie ein Tourist behandelt. Ist das Wort „Tourist“ eigentlich ein Schimpfwort? Kann man das als Beleidigung auffassen, wenn man kein Tourist ist? Wie muss sich erst jemand fühlen, der tatsächlich in Berlin wohnt? Ich möchte es gar nicht wissen.
Und so war ich heute als Pseudo-Tourist unterwegs und fühlte mich gar nicht wohl dabei. Darum werde ich beim nächsten Berlinbesuch ein Museum besuchen, oder die Goldelse, dann bin ich wenigstens ein halber Tourist. Immer noch besser als ein ganzer.
30. Mai 2007
Muss man morgens um sieben den Rasen mähen?
Es hätte ein normaler ausschlaf Morgen werden können, aber es kam alles ganz anders: erst kündigte sich das Grauen durch Motoren und Geklapper an und schlagartig war ich wach und fragte mich: Muss man morgens um sieben den Rasen mähen?Die Frage kann ich mit einem klaren „nein“ beantworten, aber das sieht der Mann auf dem Rasenmäher natürlich ganz anders. Pünktlich um sieben startete er seinen Mäher und dreht seit dem Runde um Runde auf dem Rasen vor unserem Haus. Leider ist das ein ziemlich großer Rasen, so dass er sich dort richtig austoben kann. Fast kommt es mir vor, als denke er er wäre Formel-1-Pilot oder so was, denn wenn ich ihn so beobachte, dann mäht er doch recht rasant und mit einer Hingabe, die ihm glatt einen Orden einbringen könnte. „Verdienter Rasenmäher des Volkes“ – aber das gibt es ja nicht mehr. Dafür hat uns dieses Land kleine Trecker gebracht, die nicht nur Lärm machen, sondern auch schon morgens um sieben funktionieren. Früher hätte man das mit einer Sense getan – lautlos und romantisch.
Warum mich das aufregt? Weil ich ausschlafen wollte! Und weil ich das Spektakel ja kenne, weiß ich, dass gleich der Trupp mit den Rasenkantentrimmern antritt und loslegt. Und das ist dann die Hölle … morgens um 10!
26. Mai 2007
Bin auch ich gedopt?
Ich bin ja leidenschaftlicher Radfahrer, fahre jeden Tag mindestens zehn Kilometer und hin und wieder auch mal eine längere Tour. Da bin ich wohl in Übung. Oder bin auch ich gedopt?Zurzeit steht ja ein Teil des deutschen Radsports in einem schlechten Licht. Jeden Tag fahren neue Radprofis mit dem Rad zu einer Pressekonferenz und gestehen unter Tränen, dass sie irgendwie die Leistung nicht allein durch Training erreichten. Das war ja irgendwie schon klar, nur wie steht es um die ganzen anderen Radfahrer? Um mich zum Beispiel. Wenn ich so jeden Tag fahre, dann ist das keine Belastung für mich, eher eine leichte Übung. Auch 50 km Touren strengen mich nicht wirklich an. Könnte es vielleicht sein, dass auch ich gedopt bin? Nur, womit? Essen kann es nicht sein, trinken schon eher. Ich rauche während jeder Pause, was ja eigentlich einen Leistungsabfall bewirkt. An härtere Sachen wie Epo oder Blutdoping komme ich nicht ran. Tja, da bleibt wohl nur eine Möglichkeit übrig: Ich dope mich mit den Gedanken, die mir beim Rad fahren durch den Kopf gehen. Und an dem, was ich um mich herum sehe.
Das macht ja eine Fahrradtour aus: Natur genießen, den Gedanken nachhängen und entspannen. Gut, ich fahre auch nicht 50 km/h und muss auch nichts gewinnen, aber dabei sein ist alles und darum gebe ich hier zu: ja, ich bin gedopt! Und jetzt muss ich zur Pressekonferenz…
18. Mai 2007
Ist Gott vielleicht wirklich eine Frau?
Gestern hatte ich es ja schon vermutet und angesichts der Folgeerscheinungen der alljährlichen Männertagsfeiern drängt sich mir der Gedanke immer mehr auf: Ist Gott vielleicht wirklich eine Frau?Aber nicht nur deswegen, denn man muss sich doch die Männer nur mal ansehen, sie beobachten und seine Schlüsse daraus ziehen, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass Gott auf unserer Seite steht. Warum sollte er seinen Geschlechtsgenossen so etwas antun? Warum hat er uns nicht mit guten Umgangsformen ausgestattet? Warum lässt er uns Autos und Fußball besser finden als Literatur zum Beispiel? Warum sind wir laut und werden dick mit Glatze? Warum ist er so gemein zu uns, dass er uns nicht wenigstens ein bisschen was von dem gegeben hat, was Frauen haben? Warum haben wir Männer keine Anmut, warum kein gepflegtes Äußeres, warum können wir mit den Fingern essen? All das lässt nur einen Schluss zu: Gott ist eine Frau, die die Männer nur erschaffen hat, damit Eva nicht langweilig wird und die Menschheit sich fortpflanzt. Denn, fast alles was wir Männer machen, und zwar ohne vorher drüber nachzudenken, wird schief gehen. Frauen denken wenigstens vorher nach.
Fast hat es den Anschein, dass Göttin aus Adams Rippe nicht Eva geschaffen hat, sondern Adams Gehirn. Nachträglich versteht sich. Damit Männer auch ab und an ein wenig nachdenken, bevor sie etwas machen, was die Frauen dann ausbügeln müssen.
17. Mai 2007
Könnte es nicht Bier regnen?
Heute ist ja Christi Himmelfahrt, also Herrentag. Der Tag, an dem sich viele Männer wünschen, dass Gott die Frauen nie erschaffen hätte, weil man ja ohne sie auch feiern kann. Aber was sie brauchen ist Alkohol. Einige fragen sich auch, bei dem Regenwetter heute: Könnte es nicht Bier regnen?Ich meine, wenn Christus schon gen Himmel fährt, dann könnte er doch seinen Chef mal darum bitten, oder zumindest mal anfragen ob das nicht möglich ist. Gott könnte doch sicher mit links Regen in Bier verwandeln. Und was wäre das für eine Wohltat für die Männerwelt!? Aber so, nur den ganzen Tag Regen und das in offenen Pferdekutschen und auf Gartenpartys – „Oh, Herr erlöse uns von dem Übel!“ möchte man dem Himmel entgegenschreien und kostet dabei schon mal die Regentropfen, ob es nicht vielleicht doch schon Bier ist und Gott nur nicht bescheid gesagt hat. Könnte ja sein. Aber Gott ist hartnäckig, steht wohl doch eher auf der Seite der Frauen. Ist eben doch eine Göttin, die die Frauen erschaffen hat, damit die Männer beim feiern auch ein Ende finden.
Und so bleibt den Männern nichts anderes übrig als heute und immer da den Wirt um eines zu bitten: „Unser tägliches Brot gib uns heute!“, denn es wird nie Bier vom Himmel regnen, solange Gott in Wahrheit eine Frau ist…
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Ich habe schon viele Hühner gesehen in meinem Leben und auch gegessen. Aber alle starben vor ihrer Zeit, wurden geschlachtet und gegrillt. U...

