2. April 2007

Kann man durch E-Mails schwanger werden?

Nietzsche schrieb einmal: „Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“ Ich weiß was damit gemeint ist: Wenn du zu oft über Schwangerschaft schreibst, wirst du selber schwanger. Kann man durch E-Mails schwanger werden?

Seit einigen Tagen schreibe ich viel über Kinder. Nicht meine eigenen, denn die gibt es noch nicht, aber über andere, oder die die ich mir vorstelle zu haben, wenn ich dann mal welche habe. Es ist ein wahres Kindertrauma, dass sich durch meine Mails zieht und mich einzingelt wie eine Wolfsherde ein Schaf, nur dass in meinem Falle die Wölfe eben Kinder sind. Mittlerweile bin ich schon beim Entstehungsprozess von Kindern angelangt. Wo kommen sie her? Wie bekommt man sie? Kann man sie vielleicht besser leasen? Gibt es sie gebraucht? Das sind alles so Fragen. Oder auch: Wenn man durch viel schreiben über diese Thema schwanger werden könnte, wäre das dann eine unbefleckte Empfängnis? Oder würde ich gar Post von der heiligen Jungfrau bekommen, die ja auch ohne fremde Hilfe schwanger wurde und sich jetzt für mich interessiert? Reicht die Kraft der Gedanken, und heutzutage ist ja alles möglich, aus, um meine Brieffreundin zu schwängern? Oder sie mich? Was eine medizinische Sensation wäre. Und ein gesellschaftliches Problem.

Wenn ich es aber nicht weiter probiere, dann wird die Menschheit es nie erfahren. Und so sehe ich es als meine Aufgabe an der Welt dieses Experiment fortzusetzen, bis sich Erfolge einstellen. Und sollte das nicht funktionieren, dann muss man eben in der realen Welt nachhelfen…

1. April 2007

Ein Aprilscherz?

Nachdem ich mich heute, zu gotterbärmlicher Stunde aus dem Bett gequält habe und mit dem Fahrrad zur Arbeit durch schlafende Straßen gefahren bin, musste ich feststellen, dass dieser Sonntag einer der verlorenen sein wird. Ein Aprilscherz sozusagen. Ein Aprilscherz?

Wenn alle sagen sie wollen Arbeit, dann musste ich heute sagen: Ich will eigentlich gar nicht zur Arbeit. Denn der Vollmond erstrahlte meine Welt mit einen betörenden organgenen Licht in den frühen Morgenstunden, so das ich Lust bekam einfach in die Wiesen zu fahren und den erwachenden Tag zu beobachten. Einfach mal wieder in die Natur raus und die Luft genießen, die Ruhe und die Weite der Landschaft. Ach, wäre das herrlich gewesen! Am Wasser sitzen, Kaffee trinken, die Tautropfen und den Morgennebel beobachten und Teil sein dieser Natur, die mich umgibt, aus der ich komme und in die ich auch wieder gehen werde. Aber, ich musste ja zur Arbeit. Und als ich wieder nach Hause fahren durfte, war der Morgen schon lange vorbei, die Straßen bereiteten die Nachtruhe vor und der ganze Tag kam mir wie ein großer Aprilscherz vor. Reingefallen. Nichts mit Natur!

Aber Ostern, da werde ich die Gelegenheit nutzen und mal wieder rausfahren in die Wiesen. Auf´s Wasser schauen und träumen. Lesen vielleicht und etwas schreiben. Und das ist dann kein Scherz, sondern pure Erholung. Sollte man öfter machen.

31. März 2007

Ist die Welt Musik?

Man hört sie den ganzen Tag: Töne. In verschiedenen Variationen, zusammengefügt zu Liedern und leise beim rauschen der Blätter. Und im Radio läuft den ganzen Tag Musik. Aber: Ist die Welt Musik?

Es ist schon erstaunlich, wie sehr Musik zu unserem Leben gehört, sei es nun aus dem Radio oder selber gemacht – Musik ist einfach immer irgendwie da und immer zu hören. Den lieben langen Tag lang. Man nimmt sie kaum noch wahr, weil sie einfach zum Alltag dazu gehört. Überall gibt es Radios die den Supermix spielen, selbst im Supermarkt wird man mit Musik beschallt. Aber ist deswegen die Welt Musik, oder ist das alles nur eine akustische Quälerei um uns zu irgendetwas zu bewegen? Von ganz oben gesteuert sozusagen? Hat der Staat bei der Musikauswahl seine Finger mit im Spiel? Bei den meistens Titel kann man das durchaus vermuten. Zumindest die, die die Charts bevölkern. Ich meine, da hat doch der Staatsschutz seine Hände drin, das hört man doch nicht wirklich freiwillig. Und so bekommt der Satz: Musik regiert die Welt – eine ganz andere Bedeutung.

Aber zum Glück gibt es ja auch Radiosender, die gute Musik spielen. Musik, die uns nicht aufgezwungen wird, die wir gerne hören wollen und von der wir wissen, dass sie nicht politisch gesteuert wird und sie das Recht auf freie Meinungsäußerung auch wirklich erklingen lässt. Zur Not bleibt ja immer noch das Mixtape im MP3-Player. Das ist dann wirklich die freie Wahl!

30. März 2007

Kann ich meine Gesundheit reformieren?

Was ist eigentlich mit meiner privaten Gesundheitsreform? Kann ich jetzt durchstarten und mir etwas Gutes tun? Gesund leben? Kann ich meine Gesundheit reformieren?

Alle reden von der großen Gesundheitsreform, aber was ist mit mir? Kann ich an mir selber, oder besser in mir selber auch etwas reformieren? Ich meine, ich komme langsam in ein Alter, in dem eine Reform durchaus angebracht wäre, denn die ersten, altersbedingten Zipperlein, im Volksmund Krankheiten, stellen sich schon ein. Die Augen werden schlechter, die Ohren hören zwar noch gut, aber nicht immer, das aufstehen fällt schwer, das ins Bett gehen aber auch und ohne Fahrrad komme ich nirgends mehr hin. Das sprechen fällt schwer, ich schreibe lieber. Und lesen dient dem Gehirnjogging. Da muss ich doch was machen! Vielleicht sollte ich mehr rumlaufen, tagsüber, einfach so. Oder mehr fernsehen – die Präkariatssender, RTL II oder HSE, das stärkt die Nerven, weil man sich ständig drüber aufregen muss. Vielleicht auch einfach nicht mehr aufstehen, alles vom Bett aus machen und verwöhnen lassen von der jungen Frau von der Sozialstation? Das wäre meine Gesundheitsreform.

Und wenn das funktioniert, und mir noch mehr gesundheitserhaltende Maßnahmen einfallen, dann wird alles gut, dann werde ich 120 Jahre alt und kann noch dabei sein, wenn die Klimakatastrophe über Deutschland hereinbricht. Mittendrin sozusagen. Bei bester Gesundheit!

29. März 2007

Warum fällt mir heute nichts ein?

Manchmal gibt es Tage an denen nichts passiert über das es sich lohnt nachzudenken. So wie heute. Und so sehr ich mich auch bemühe, es hat mich nichts bewegt. Sind alle Fragen beantwortet? Warum fällt mir heute nichts ein?

Das war heute ein typischer Tag, wie es ihn so oft gibt: Arbeit, Einkauf, E-Mails und Fernsehen. Nichts, was die Welt aus den Angeln gehoben hätte, nichts was mir aufgefallen wäre. Kein Terrorismusexperte im Radio, keine roten Slips auf der Leine, keine tödliche SMS, keine leeren Flaschen und ich brauchte auch nicht pünktlich sein. Kein Rumgeknutsche in der Gemüseabteilung oder im Theater. Einfach ein ganz normaler Tag. Dabei hatte er durchaus verheißungsvoll begonnen, denn ich konnte seit langem mal wieder ein T-Shirt anziehen, ohne zu frieren wohlgemerkt. Offensichtlich ist der Frühling nun wirklich bei uns angekommen. Und meine Winterjacke, das hatte ich noch gar nicht erwähnt, kommt nun wieder in den Schrank, in den ich sie ja schon vor ein paar Tagen gehängt hatte aber wieder rausholen musste. Jetzt geht´s los! Jetzt wird’s schön, jetzt kommen die Frühlingsgefühle!

Und wenn die so richtig zuschlagen, dann bewegt mich auch wieder was, dann darf ich wieder Fragen beantworten, dann muss ich auch wieder unter Deckengemälden vorsichtig sein. Dann, ja dann fällt mir auch wieder etwas ein. Bestimmt schon morgen!

28. März 2007

Schuf Amor die Gemüseabteilung?

Im Supermarkt, den ich, außer Sonntags, täglich besuche, arbeitet in der Obst- und Gemüseabteilung eine ausgesprochen attraktive, um nicht zu sagen niedliche, Verkäuferin. Und mittlerweile frage ich mich: Schuf Amor die Gemüseabteilung?

Es ist nämlich schon so, dass ich, wenn sie dort das Obst und Gemüse auspackt, sortiert und auspreist, bis zu vier Stunden am Stück durch diese Abteilung streife und sie beobachte. Aus den Augenwinkeln natürlich, damit sie es nicht bemerkt. Und damit sie keinen Verdacht schöpft, oder denkt ich würde Ladendiebstahl begehen, kaufe ich auch Obst und Gemüse. Mittlerweile habe ich schon alles gegessen, was es da gibt: von Kartoffeln deutscher Herkunft bis zu Minibananen und Pomelos aus Vietnam. Paprika aus Spanien und Erdbeeren aus Israel. Ich packe ein, wiege ab und umgekehrt. Heute stand ich an der Kasse und die drei Bananen hatten 67 Preisetiketten drauf – 54 davon mit dem gleichen Preis. Das war schon ein bisschen unerklärbar. Ich kenne nun jedes Gemüse und Obst des Ladens – nur die nette Verkäuferin kenne ich nicht.

Vielleicht sollte ich sie mal auf ein paar Erdbeeren einladen? Oder ihr heimlich eine, mit meiner Telefonnummer versehene Banane zustecken? Die sie dann zurücklegt. Aber wer weiß wer mich dann anruft? Oh, lieber nicht! Dann spreche ich sie doch einfach mal an. Irgendwann.

27. März 2007

Warum hängen keine sexy Slips auf der Leine?

Wenn ich aus meinem Küchenfenster schaue, dann sehe ich die Wäscheleinen auf der Wiese im Hof unseres Hauses, und es hängt viel Unterwäsche darauf. Leider nur weiße, große Schlüpfer und keine knappen, roten Slips und Spitzen-BH´s. Warum wohl hängen keine sexy Slips auf der Leine?

Es ist ja wahr, dass ich in einer Stadt lebe, in der der größere Teil der Einwohner keine sexy Slips mehr trägt und vielleicht auch nie trug. Besonders in meiner Gegend wohnen doch verdächtig viele ältere Menschen, die es eben noch gewöhnt sind ihre Wäsche in den Monaten ohne „R“ am Ende, im Freien zu trocknen. Oft hängen noch selber genähte Ost-Klammerbeutel mit an der Leine. Aber in der letzten Zeit sind auch viele junge Leute in natürlich freigewordene Wohnungen gezogen. Auch junge Frauen. Und die dürften doch eigentlich noch keine Mega-Schlüpfer tragen. Aber wo trocknen die ihre Unterwäsche? Ich meine gewaschen werden muss die ja auch hin und wieder. Drängeln sich die tausenden roten Slips und BH´s wirklich in engen Wohnzimmern auf Indoor-Wäscheständern?

Das wäre schade, denn wenn ich weiterhin aus dem Fenster schaue und sehe all die, so oft gewaschenen Schlüpfer, dann fühle ich mich selber schon alt in dieser alten Stadt. Vielleicht sollte ich einfach mal meine Slips unten auf die Leine hängen? Möglicherweise gesellen sich ja ein paar sexy rote Slips dazu – und dann bin ich mal gespannt, was wohl passiert…

26. März 2007

Was schenkt man zu Ostern?

Ich komme gerade aus dem Supermarkt und muss sagen: Es ist schon erstaunlich, was sich die Industrie alles so einfallen lässt um uns die Osterfeiertage so angenehm wie möglich zu gestalten. Jede Menge Süßigkeiten und Dekoration. Aber was könnte man zu Ostern schenken?

Es gibt ja viele Möglichkeiten. Angefangen von Schokoladenosterhasen, über hartgekochte, bunte Eier bis hin zu niedlichen, kleinen Osterküken aus Plüsch. Aber eigentlich alles nur Dinge, die die Welt nicht braucht und wenn überhaupt, dann wirklich nur zu Ostern. Man könnte sich ja mal etwas anderes einfallen lassen oder alte Bräuche wieder aufleben lassen. Wie wäre es mit Eiertrudeln als Geschenk für die ganze Familie? Natürlich Eier die man vorher selber bemalt hat, im Kreise der Lieben und im Hintergrund „Die Bibel“ als Hörbuch. Das ist doch schön. Ich denke ich lasse mir etwas ganz anderes einfallen: Vielleicht einen kratzigen Pullover aus Osterlammwolle? Am Karfreitag muss es ja nicht immer Fisch geben, Kükenbrust macht es doch auch. Oder am Ostersonntag einen schönen Hasenbraten? Und Ostermontag gleich noch Lammkoteletts beim Griechen, schön in Knoblauchsoße! Die vertreibt dann auch gleich die bösen Ostergeister aus den Geschäften.

Aber ich weiß nicht recht: Kann man das mit Ostern machen? Kann man all die liebgewordenen Osterutensilien einfach so … aufessen? Obwohl, die Eier isst man ja auch. Na, dann mache ich das in diesem Jahr mal so! Ich fange gleich mit dem stricken des Pullovers an…

25. März 2007

Warum hatte ich gestern keine Zeit?

Und da ist es auch schon passiert: Gestern war der erste Tag ohne die Beantwortung einer Frage. Ich bin einfach nicht dazu kommen. Und darum frage ich mich heute: Warum hatte ich gestern keine Zeit?

Ich war auf einem Frühlingsfest, für die ganze Familie – und zwar den ganzen Tag, inklusive Zeitumstellung. Und was ich dort alles erlebt habe, wirft so viele Fragen auf, da könnte ich jeden Tag, drei Jahre lang, eine versuchen zu beantworten. Fragen wie zum Beispiel: Was bewegt Kinder, zumal aus der Stadt, dazu, am Fell von Schafen zu ziehen statt es zu streicheln? Warum versuchen sie Lämmern das Gras zusammen mit der Hand in den Mund zu stecken und weinen anschließend? Warum lassen sich Kinder geduldig das Gesicht bunt anmalen um anschließend wieder eine Ausgeburt der Ungeduldigkeit zu sein? Warum haben Kinder Angst vor ausgestopften Eichhörnchen? Warum wollen Kinder alles haben und behalten was man ihnen zeigt? Und warum essen sie so gerne Zuckerwatte? Ach und: Warum müssen sie tausendmal am Tag auf die Toilette? Warum können sie im Theater nicht still sitzen? Warum verteilen sie staunend Popkorn unter ihren Stühlen und Eis auf der Hose des Nebenmannes?

Und warum bringen sie ihre Eltern mit? Denn die sind manchmal schlimmer als ihre Kinder und in allen oben gestellten Fragen könnte man getrost das Wort Kinder durch Eltern ersetzen. Es würde keinen Unterschied machen. Es ist schon eine komische Welt – die Welt in den Köpfen von Eltern, die wir Kleinen so schwer verstehen können.

23. März 2007

Wo darf ich noch rauchen?

Wenn man als Raucher, bei jeder Zigarette am Tag in den Nachrichten etwas vom „Anti-Raucher-Gesetz“ hört, dann kommen einem schon langsam Zweifel ob man überhaupt noch gewünscht ist auf dieser Welt. Man soll nicht rauchen. Ja, aber wo darf ich noch rauchen?

Eins ist doch klar: Es muss etwas zum Schutz der Nichtraucher getan werden. Es gibt genügend Beispiele aus meinem privaten Umfeld, wo das dringend angebracht ist und wo Nichtraucher durchaus belästig (na gut: auch gefährdet) werden. Nichtraucher haben einfach kaum eine Chance sich zu wehren, und solange sie nicht militant sind, kommen sie aber ganz gut mit den Rauchern aus. Und viele Raucher haben auch Verständnis und gehen jetzt schon vor die Tür. Aber wenn dieses Gesetz kommt, wo darf ich dann noch rauchen? Von mir aus überall in öffentlichen Gebäuden nicht. Wobei da unser Vereinszimmer schon schwierig wird, denn das ist letztlich ein öffentliches Gebäude. Also vielleicht mit Einschränkungen. Und Gaststätten und Kneipen sollten selber entscheiden können, ob sie Raucher oder Nichtraucher Orte sind, so wie auch Raucher und Nichtraucher selber entscheiden können ob sie dort hin gehen oder nicht. Meine Stammkneipe wird jedenfalls so schnell keine Nichtraucherkneipe, weil dann ja gar keiner mehr kommt. Das alle Bundesländer den Nichtraucherschutz anders auffassen ist vielleicht gar nicht so verkehrt, denn dann ist auf jeden Fall ein restriktive Einschränkung durch die Bundesregierung nicht möglich. Und von Europa ganz zu schweigen.

Es sollte also weiterhin jeder selber entscheiden was er macht. Aber es sollte schon ein paar Maßnahmen geben, die Nichtraucher schützen. Wenn ich mich mit einer Freundin von mir treffe, die Nichtraucherin ist, dann schaffe ich es auch mal vier oder fünf Stunden nicht zu rauchen. Und es fällt mir leicht – vielleicht ist das nicht nur ein Beitrag zum Nichtraucherschutz, vielleicht ist das ein Grund mit dem Rauchen aufzuhören?

22. März 2007

Muss man bei Regen wandern?

Als ich heute mit dem Überlandbus fuhr, stieg in einem gottverlassenen Dorf eine Horde völlig durchnässter Senioren ein. Laute Wanderer! Laute, unausgelastete Rentner! Muss man denn bei Regen wandern?

Ich meine, es hat schon den ganzen Tag geregnet, also auch, als diese etwa dreizig Senioren sich trafen um übers Land zu wandern, was sie offensichtlich nicht das erste Mal taten, denn sie waren hervorragend ausgerüstet: Regenstiefel, Regenumhänge, Mützen, Schals und Handschuhe. Ja sogar die Wanderrucksäcke waren in Folie eingehüllt. Aber dennoch waren sie triefend nass und stürmten nun diesen Bus um in die Stadt zurück zu kommen – weil es so regnete. Das hätten sie auch am Morgen schon entscheiden können, bevor sie überhaupt los gewandert sind. Nun saßen und standen sie hier im Bus, diskutierten lautstark über die Fahrpreise und eben ununterbrochen auch über den Regen. Ein Klassenausflug einer Gesamtschule könnte nicht schlimmer sein. Und langsam entwickelte sich im Bus ein dunstiges Klima: eine Mischung aus warmer Atemluft, durchnässten, zu gammeln anfangenden Klamotten, aus Old Spice und Tosca und einem starken Akzent von 4711. Vielleicht auch diverse Rheumasalben.

Alles in allem herrschte nach zwanzig Minuten Fahrt im Bus nicht nur ein unverwechselbares Klima, sondern auch eine super Stimmung, denn die Senioren ließen sich den Tag nicht verderben, freuten sich sogar schon auf eine heiße Badewanne zum aufwärmen. Ich freute mich auf die Haltestelle, die all diese Rentner wieder in den Regen entlässt und bin mir sicher, dass es immer Menschen geben wird, die auch bei Regen wandern.